Körperliche Wirklichkeitsverankerung



Ein guter Schiffer untersucht den Grund,

ehe er den Anker fallen lässt.

(Deutsches Sprichwort)

 

Die erste Nacht im Retreat ist vorbei. Wir erwachen in einem fremden Bett in einem fremden Zimmer. Vielleicht haben wir gut geschlafen, vielleicht aber auch nicht. Die erste Nacht an einem neuen Ort schlafe ich meistens eher nicht sehr tief.

Vielleicht mussten wir in der Nacht auf die Toilette, und es hat schon etwas gedauert, bis wir uns zurechtgefunden und schon nur den Lichtschalter gefunden haben. Wenn das Haus alt ist und aus Holz, wie unser Haus der Besinnung, dann hat jeder Schritt laut geknarrt und wir hofften, dass die anderen Teilnehmenden nicht wegen uns erwachen.

Wir sind also erwacht und nehmen unseren Körper wahr, der da auf der Matratze liegt, zugedeckt mit der Bettdecke. Wer mit der Meditation schon vertraut ist, wird sich vielleicht nun als erstes für ein paar Ein- und Ausatmungen dem Atem zuwenden.

Dann schauen wir auf die Uhr. Ich bin Frühaufsteher, daher wird es bei mir so zwischen fünf und sechs Uhr morgens sein. Ich werde mir des Körpers und der Körperempfindungen bewusst, vielleicht auch der Gemütslage, und nach einigen klarbewussten Atemzügen schlage ich die Bettdecke zurück und setze mich auf. Dann ziehe ich mir eine Hose über und  das Erste, was ich am Morgen tue, ist eine kurze Yogaübung, sie heisst Suriya Namaskar, was soviel bedeutet wie Sonnengruss. Zuhause begebe ich mich dazu in unser Meditationszimmer und auch hier im Retreat mache ich diese Übung für den Start in den Tag im Meditationsraum.

 

Suriya Namaskar – Sonnengruss

Mirko Frýba schreibt in seinem Buch Anleitung zum Glücklichsein zu dieser Übung:

Seit mehr als zwanzig Jahren geniesse ich diese Übung jeden Morgen – das heisst wenn ich nicht krank oder sonstwie gehindert bin – auch dann, wenn ich für keine andere Meditation Zeit habe. Man kann die Übung auf deutsch ‚Sonnengruss’ nennen oder auch ‚Wolkenauflöser’, denn sie bewirkt durch das Auflockern aller Stimmungsbereiche eine Aufhellung des Gemüts und, sobald sie gut eingeübt ist, vermag sie alle unbehaglichen Stimmungen aufzulösen. Das Bild zeigt den Verlauf der Sonnengrussübung:


Man beginnt aufrecht stehend mit gefalteten Händen, im Bewusstsein der Berührung mit dem Boden, der Verankerung auf der Mutter Erde, man weiss: „Standfest bin ich und aufrecht, aufrichtig, die Energien meiner Hände bindend.“

1. Indem man heftig ausatmet, weiss man: „Weg mit alten, aufgespeicherten Luftresten; leer, frei, auf-nahmefähig bin ich.“

2. Indem man einatmet, streckt man die Hände nach oben in den Kosmos, angespannt, aber fest stehend, das Sonnengeflecht in die Welt nach vorne stossend.

3. Beim Ausatmen beugt man sich, entspannt.

Es geht um das Entdecken der Intelligenz Ihres Körpers und nicht um irgendein Auswendiglernen oder Zurechtweisen oder gar Aufstülpen von Bedeutungen.

Die Sonnengrussübung kann mit einer Klavierstunde verglichen werden, in der man lernt, verschiedene Akkorde der Stimmung zu erfühlen, zu meistern, um sie später, bei einem Konzert, harmonisch in die Gesamtsituation einzubauen. Man versucht also, in verschiedene Stimmungssphären einzudringen. Unnötig zu sagen, dass sich die Freude am sanften Eindringen auch in dieser Lage mit der Wiederholung steigert. Und nicht zu vergessen ist, dass ein Konzert nicht nur im Erleben der Gestalt einzelner Akkorde und nicht nur im Erleben der melodischen Übergänge, sondern auch im Auskosten der Pausen genossen wird. So kann man auch während der Sonnengrussübung in irgendeiner Stellung für die Dauer mehrerer Atemzüge verweilen, oder zum Beispiel nach sechs Übungsrunden einige Minuten stehenbleiben. Jedenfalls sollte man nach Beendigung der zwölften (bei weniger Runden nach der letzten) Runde für einige Zeit stehenbleiben, um zu merken, was alles an Körpergefühl wach ist.

Dann richtet man die Achtsamkeit nur noch auf das Körperinnere und geniesst das Nachlassen aller Schwingungen und Strömungen, die während der Sonnengrussübung aktiviert wurden.

Man sammelt sich – im wortwörtlichen Sinne – in einem neuen Gleichgewicht.

Es muss nicht Suriya Namaskar sein, das du am Morgen nach dem Aufstehen übst, es kann auch irgendeine andere körperbezogene Übung sein, die dich aus der Nacht in den Tag holt.

Habe ich die Sonnengrussübung beendet, gehe ich unter die Dusche und widme mich achtsam der Körperpflege. Dann kleide ich mich an und jetzt ist, hier im Retreat, für mich die Zeit für meinen Morgenkaffee.

Den Kaffee nehme ich in mein Zimmer wo ich mich an den Schreibtisch setze, das Tagebuch aufklappe und erste Eintragungen mache. Vielleicht hatte ich einen Traum, den ich mir kurz notieren will oder ich beschreibe mein gegenwärtiges Empfinden und Wahrnehmen. Manchmal tue ich das in Form von Lyrik oder von Haikus (japanische Versform: Dreizeiler in denen die erste Zeile aus fünf, die zweite aus sieben und die dritte wieder aus fünf Silben besteht). Dazu trinke ich ruhig und in achtsamen Schlucken den Kaffee und das Wasser, das ich zum Kaffe dazu nehme.

Wie gesagt: Das ist mein individueller Tagesbeginn, der deine kann ganz anders aussehen. Es geht nicht darum, dass du dir meinen Ablauf aneignest, sondern darum, dass du einen Einstieg in den Tag findest, der zu dir passt und dich auf sanfte Weise in den beginnenden Tag einstimmt. Die Beschreibungen meiner persönlichen Abläufe in diesem Buch sollen dir nur als Beispiel und Anregung dienen zum Finden deiner eigenen Methoden und ‚Rituale’.

 

Achtsamkeit hier und jetzt

Nun heisst es, eine halbe Stunde zu sitzen. Auf dem Kissen oder dem Stuhl, in der Art und Weise, wie es mir möglich und für mich sinnvoll ist. Und was tue ich da nun, einfach so sitzend? Ich übe mich darin, die Achtsamkeit in die Gegenwart zu holen und in der Gegenwart zu halten. Ich übe mich in der Achtsamkeit hier und jetzt.

Zwei Dinge versuche ich bewusst zu erleben und loszulassen: Das Nachdenken und Nachsinnen über Vergangenes und über Zukünftiges. Erinnerungen an längst oder auch erst kürzlich vergangenes Schönes oder Unschönes. Sorgen um Getanes und Unterlassenes und um zu Tuendes und zu Unterlassendes. Planen der Tage, Wochen und Monate oder gar Jahre nach dem Retreat. Planen der Pause nach der Meditationssitzung.

Eine unendliche Vielzahl von Gedanken über Vergangenes und Zukünftiges taucht auf und verschwindet wieder. Wir lassen die Gedanken kommen, werden uns ihrer bewusst, halten sie nicht fest und spinnen sie nicht weiter, sondern lassen sie los, lassen sie wieder gehen und verwehen. Schon erklingt die Klangschale, die erste halbe Stunde Sitzen ist vorbei.

Wir stehen achtsam auf von unserem Platz, strecken die Glieder und beginnen mit der Meditation im Gehen. Wir können im Meditationsraum auf und ab gehen oder wir gehen nach draussen und wählen uns eine Strecke um das Haus, wo wir auf und ab gehen können.

Die Aufgabe bleibt sich dieselbe: Wir üben uns in der Achtsamkeit hier und jetzt. Was auch immer körperlich oder geistig gefühlt und wahrgenom-men wird, dessen werden wir uns bewusst. Wenn wir uns in Gedanken an Vergangenes oder Zukünftiges verlieren, werden wir uns dessen bewusst, lassen diese Gedanken los und wenden uns erneut achtsam dem gegenwärtigen Erleben zu. Auch die Gehmeditation üben wir in dieser Weise während einer halben Stunde, dann setzen wir uns erneut auf unser Kissen oder unseren Stuhl und praktizieren wie in der ersten halben Stunde noch einmal eine halbe Stunde Sitzmeditation.

Die einzige Aufgabe des heutigen Tages besteht im Aufrechterhalten der Achtsamkeit hier und jetzt. Wir üben uns einfach im bewussten Wahrnehmen aller inneren und äusseren Eindrücke. 

Wann immer wir uns eines gedanklichen und emotionalen Abschweifens in die Vergangenheit oder in die Zukunft bewusst werden, lassen wir diesen Gedanken und die mit ihm verknüpften Emotionen los indem wir uns an unsere heutige Übung erinnern: Alles Sorgen und Planen und überhaupt alles Gestern und Morgen, alles Vorher und Nachher, loszulassen und achtsam im Hier und Jetzt zu weilen. Hier und jetzt findet unser Leben statt. Meditation im Sitzen und im Gehen. Essen und Trinken. Entleeren von Blase und Darm. Körperpflege. Spaziergang. Was auch immer ich gerade tue, ich tue es achtsam und klarbewusst.

Je achtsamer und klarbewusster wir das Körperliche wahrnehmen, desto mehr Einsicht erhalten wir in die mit dem Körpererleben verbundenen geistigen Prozesse. 

 

Benennende Achtsamkeit hier und jetzt

Wahrscheinlich werden wir schnell bemerken, wie schwierig es ist, den Geist ganz in der Achtsamkeit hier und jetzt zu halten. Noch und noch steigen Gedanken an Vergangenes und Zukünftiges in ihm auf und mit diesen Gedanken verbunden angenehme, unangenehme oder neutrale Gefühle und Emotionen (Begehren bei angenehmen Gefühlen, Aversion bei unangenehmen Gefühlen, Ignoranz bei neutralen Gefühlen).

Ein hilfreiches Mittel, den Geist im Hier und Jetzt zu halten, ist das Benennen des konkreten Erlebens. Nehmen wir als Beispiel das Duschen. Um den Geist nicht aus der Gegenwart wegdriften zu lassen, kommentieren wir innerlich alles, was wir gerade erleben und tun. Dieser innere Kommentar könnte dann etwa so vor sich gehen:

„Ich ziehe mein Shirt aus und lege es auf den Stuhl. Nun ziehe ich die Unterhose aus und lege sie neben das Shirt auf den Stuhl. Ich ergreife den Duschvorhang, ziehe ihn zur Seite, steige in die Dusche, ziehe den Vorhang zu, ergreife die Brause, drehe den Wasserhahn auf, führe die Brause über meinen Kopf und empfinde das Wasser, das über meinen Körper läuft. Es ist ein schönes Gefühl. Weil ich es als schön empfinde, lasse ich mir Zeit damit. Nun stelle ich das Wasser ab, ergreife die Seife und den Waschlappen und seife den Körper ein. Ein Auge brennt, es hat wohl Seife erwischt. Ein unangenehmes Gefühl ist das, ein Gefühl, welches ich schnell beheben will, daher ergreife ich die Brause, stelle das Wasser an und spüle mir die Seife vom Kopf. Schon besser. Ich dusche nun den ganzen Körper von der Seife ab und stelle das Wasser ab. Ich ergreife das Badetuch und trockne mich ab: den Kopf, Hals, Arme, Bauch, Rücken, Genitalien, Gesäss, Beine, Füsse, und verlasse die Dusche.“

Und so weiter. Bei allen Aktivitäten des ganzen Tages. So kann das geistige Benennen aller meiner Wahrnehmungen und Aktivitäten zu einem hilfreichen und wertvollen Werkzeug werden das mir ermöglicht, den Geist achtsam und bewusstseinsklar in der Gegenwart zu halten.

Auch bei der sitzenden und bei der gehenden Meditation kann ich auf diese Weise mein Erleben benennen und so verhindern, dass der Geist sich in Gedanken über Vergangenes und Zukünftiges verliert. Wenn er sich dennoch verliert, benenne ich das ebenfalls, zum Beispiel als „Sorgen über Vergangenes“ oder „Planen der Zukunft“. Auch so bleibe ich mir des konkreten gegenwärtigen Geschehens bewusst.

Wenn der Geist in Gefühle, Emotionen und Gedanken abschweift benennen wir „Gefühl“, „Emotion“, „Gedanke“ oder auch, als zusammenfassende Benennung aller geistigen Prozesse, einfach nur „Geist“ und führen die Achtsamkeit zurück zum Körpererleben, zu dem, was wir sehen, hören, riechen, schmecken und tasten.

 

Schweigende Achtsamkeit hier und jetzt

Wenn uns die oben beschriebene benennende Achtsamkeit hier und jetzt gut gelingt, können wir uns darin üben, tiefer in die Stille zu kommen. Dazu lassen wir das sprachliche Benennen der Wahrnehmungen los und registrieren nur noch achtsam, ohne Worte, das Erleben an den sechs Sinnentoren.

Dies wird uns, wenn wir es nicht schon seit längerer Zeit immer wieder trainieren, sicherlich nicht leicht fallen. Wir üben uns also darin, ohne inneren Dialog, ohne inneres Kommentieren und Benennen in einer stillen Wahrnehmung des Erlebens hier und jetzt zu verweilen.

Sobald uns bewusst wird, dass sich Worte einmischen, sagen wir innerlich „Stopp“ und kehren zur schweigenden Achtsamkeit hier und jetzt zurück. Wir können auch zuerst kurz den Gedanken benennen, zum Beispiel als „Denken“ oder auch konkreter als „Sorgen“, „Planen“, und so weiter, und dann mit dem „Stopp“ den Gedankenfluss beenden um uns wieder in schweigender Achtsamkeit hier und jetzt zu üben. 

Die schweigende Achtsamkeit hier und jetzt, gefolgt von abschweifenden Gedanken, dem klarbewussten Innehalten im Gedankenstrom, und erneuter benennender Achtsamkeit hier und jetzt, wird voraussichtlich den grössten Teil unseres Erlebens prägen. Daran gibt es nichts auszusetzen und zu bemängeln! Fast unmerklich werden sich die Zeiten der inneren Stille durch unser beharrliches Üben langsam ausdehnen. 

Es lohnt sich, dranzubleiben! Gerade das beharrliche Dranbleiben überwindet schliesslich die Hindernisse, die negativen Geisteszustände wie Langeweile, Frustration, usw. Wenn wir die Krisen, die uns möglicherweise heimsuchen, durchstehen und durchsitzen, werden wir mit grosser Wahrscheinlichkeit tiefere Formen der Gemüts- und Geistesruhe kennenlernen. Es geschieht dann das, was Ajahn Brahm in Grundlagen der Meditation so beschreibt:

Während man diesen Grad des inneren Schweigens entfaltet, wird man gewahr, dass man damit eine schwere Last loswird. Es ist, als ob man vierzig oder fünfzig Jahre lang ununterbrochen einen schweren Rucksack getragen hätte und viele, viele Meilen auf dem Rücken schleppen musste. Jetzt endlich hat man den Mut und die Einsicht aufgebracht, den Rucksack abzunehmen und ihn für eine Weile auf den Boden zu stellen. Man fühlt sich unbeschreiblich erleichtert, ist man doch jetzt nicht mehr mit dem schweren Rucksack des inneren Geschwätzes belastet.

Vielleicht ist dir bisher überhaupt noch nicht klar geworden, was diese innere Stille, dieses Schweigen, eigentlich ist und wie du es finden kannst. Dann versuche es einmal mit dem folgenden Hinweis von Ajahn Brahm:

Eine nützliche Methode der Entfaltung schweigender Achtsamkeit liegt darin, dass man den Raum erkennt, der zwischen zwei Gedanken, also zwischen den Phasen inneren Geschwätzes liegt. Wenn man scharf darauf achtet, was zwischen dem Ende eines Gedankens und dem Einsetzen des nächsten liegt: Genau das ist sie, die schweigende Achtsamkeit! Sie mag zunächst nur vorübergehender Natur sein; indem man jedoch diese schweigende Achtsamkeit als solche wahrnimmt, gewöhnt man sich an sie. Dann hält dieses Schweigen auch länger an. Man beginnt, Freude an diesem Schweigen zu empfinden, jetzt, da man endlich zu ihm vorgedrungen ist, und deshalb kann es sich auch weiter entfalten. Vergessen wir aber nicht: Das Schweigen ist sehr empfindlich, sobald es uns über sich sprechen hört, verschwindet es augenblicklich.

Wir brauchen nichts erzwingen zu wollen, Zwang funktioniert auf dem Weg der Geistesentfaltung ohnehin nicht. Wann immer wir irgendwo nicht weiterkommen, gehen wir einfach zurück zum Anfang, das heisst, wir üben ganz einfach wieder das, womit begonnen haben: Die allgemeine körperliche Wirklichkeitsverankerung.  Wenn die Suche nach der Stille zum Krampf wird, lassen wir diesen Krampf los und benennen alles, was wir hier und jetzt erleben: „Krampf“, „Anstrengung“, „Frustration“, usw.

Es macht keinen Sinn, in der Meditation stundenlang negative Zustände zu erleben. Das führt nur zu einem Anhaften an ihnen und zu einem Überdruss an der Übung und vielleicht zum Aufgeben des Weges überhaupt. Das wäre schade.

Wir können die übergrosse Anspannung, die wir aufgebaut haben und die uns daran hindert, in friedlichen Gewässern zu segeln, loslassen und uns für eine gewisse Zeit Ablenkung gönnen.

Mirko Frýba sagte mir in einer solchen Situation einmal, es sei leichter, tiefer nach innen zu kommen, wenn man sich auch dazwischen erlaube, nach draussen zu gehen. Das heisst, wir richten unsere Achtsamkeit nicht ausschliesslich auf unser inneres Erleben, sondern auch immer wieder auf das, was unsere Sinne uns von der Aussenwelt vermitteln.

Wir können das Nach-Aussen-Gehen auch konkret körperlich umsetzen: Vielleicht genügt ein einstündiger Spaziergang, vielleicht brauchen wir aber auch einen ganzen Nachmittag ohne Meditationsraum, ohne Sitzen, ohne Nicht-Denken-Wollen. Wenn das so ist, dann gestehen wir uns diese Verschnaufpause zu, machen eine ausgiebige Wanderung über die umliegenden Hügel und durch die Wälder und werden erfrischt und mit neuer Kraft und neuem Mut weiter praktizieren können. Und vielleicht finden wir jetzt den Zugang zum inneren Schweigen, zur Kraft der Stille, möglicherweise haben wir sie sogar bereits während unserer Wanderung in der Stille des Waldes erlebt.

Ich zitiere weiter Ajahn Brahm:

Es wäre in der Tat wunderbar für uns alle, wenn wir das innere Kommentieren aufgeben und in schweigender Achtsamkeit im gegenwärtigen Augenblick lange genug verweilen könnten, um zu erfahren, wie beseligend dieser Zustand ist. Das Schweigen ist viel besser dazu geeignet, Weisheit zu entfalten, als Denken. Wenn man sich dessen bewusst ist, wie viel beglückender und wertvoller es ist, innerlich zu schweigen, dann wird uns dieses Schweigen als erstrebenswert und wichtig erscheinen. Das innere Schweigen wird dann das, wohin der Geist sich neigt; unerlässlich sucht er dann das Schweigen, bis zu dem Grad, wo nur noch gedacht wird, wenn es tatsächlich erforderlich ist und einen Sinn hat. Da man auf dieser Stufe erkannt hat, dass Denken in Wirklichkeit meist zwecklos ist und uns nicht weiterführt, ja nur ein Hindernis darstellt, verbringt man nun gerne und mühelos viel Zeit in innerem Schweigen.

Und schliesslich wird dieses innere Schweigen als Kraft wahrgenommen und erkannt, als die Kraft der Stille, welche die Basis bildet für das Fortschreiten auf dem Weg zum Wirken der Präsenz. 



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