Das Spiel des Sitzens

 



Bleib sitzen,

die Zeit ist schnelllebig genug.

(Hermann Lahm)

 


Bleib sitzen. Wo und wie auch immer. Oder bleib liegen, oder bleib stehen. Ob sitzend, stehend oder liegend, in welcher Position auch immer dein Körper verweilen möchte kannst du das Spiel des Innehaltens und Stillehaltens spielen.

Welches Spiel wir auch spielen wollen, stets beginnen wir das Spiel mit der Achtsamkeit auf den Atem. Der Atem ist unser Zentrum, er ist der Kern des Lebensspiels.

Wir können das Spiel des Sitzens mit dem Spiel des Atmens zu einer Einheit verbinden, so dass sich dem reinen Beobachten das Spiel eines atmenden, sitzenden (oder stehenden, oder liegenden) Körpers präsentiert.

Wir können aber auch zulassen, dass die Achtsamkeit sich spielerisch über alle unsere sechs Sinne ausbreitet und klarbewusst alles wahrnimmt, was sich ihr zur Beobachtung anbietet:

Formen und Farben, Klänge, Gerüche, Geschmäcke, Tastempfindungen, Gefühle, Emotionen, Gedanken. Nichts ist es nicht wert, betrachtet zu werden.

Das Spiel der Wahrnehmungen. Das Spiel der Bewusstwerdungen. Das Spiel des lebendigen Lebens, das sich uns in vielfältigen Symbolen über unsere Sinne darbietet, einfach nur dadurch, dass wir achtsam und klarbewusst hier sitzen oder stehen oder liegen und aktiv nichts tun.

Im Nur-Sitzen eröffnet sich uns ein grenzenloses Erlebensspektrum, spannender als jeder Film es je sein könnte. Es ist das unmittelbare Erleben des Spiels der wahren Natur des Werdens, das heisst, des Entstehens und Vergehens jeglicher Wahrnehmung und jeglichen Bewusstseins, das sich im Innehalten und Stillehalten der Beobachtung darbietet.

Zwinge dich nicht zu ungewohnten und schmerzhaften Verrenkungen beim Sitzen: Sitze (oder liege oder stehe) einfach eine halbe Stunde lang in einer Position, in der es dir wohl ist und die dir ermöglicht, gelassen alles zu betrachten.


Keine Kommentare:

Kommentar posten